Ausbildung
Körperpsychotherapeutische Interventionen bei Essstörungen
Wenn die Seele nicht satt wird...
M a g e r s u c h t — B u l i m i e — E s s - A t t a c k e n
Körperpsychotherapie bezieht neben der mentale Ebene, sprich, dem Erkennen von Verhaltensmustern, auch den Körper mit ein, ja, legt sogar den Schwerpunkt auf die körperliche Ebene. Denn genau hier sind die Emotionen zu finden, die durch emotionales Essen abgedämft zu werden.
Da Diäten und andere reglementierende Maßnahmen immer nur unsere Vernunft, also die Kopfebene ansprechen, die tiefer liegenden Gründe für Emotionales Essen jedoch auf der Gefühlsebene, also im Körper beheimatet sind, können Reglementierungen und Diäten keine dauerhafte Lösung bieten. Es sind einfach zwei vollkommen verschiedene Ebenen: Zum einen die Kopfebene und zum anderen die Gefühlsebene. Solange nur auf der Ebene der Vernunft versucht wird, das Problem zu lösen, wird das früher oder später immer wieder in schmerzlichen Essattacken enden und damit auch im Kampf mit dem eigenen Gewicht. Das kann nicht nur die Lebensqualität stark einschränken, sondern auch das eigene Selbstwertgefühl empfindlich schwächen.
Der Heilungsweg ist ein sehr liebevoller Weg, der dazu einlädt, sich selbst wieder mehr zu vertrauen und sich selbst das zu geben, was die/den Einzelne(n) emotional tatsächlich nährt. Es ist ein Weg, der genussvoll essen lässt und ermöglicht, die Verantwortung für sich selbst nicht einem Ernährungs- oder Sportplan zu überlassen, sondern diese für sich und für das eigene Leben wieder zu sich zurückzuholen. Mit Achtsamkeit, mit Respekt und mit Liebe.
Dabei lernen wir, den emotionalen Essensdrang als eine Art Seismograph für die oft unbewussten Gefühlsspannungen zu nutzen. Mithilfe des Handwerkszeuges lernen wir Schritt für Schritt, diese Gefühlsspannungen vor dem Essen wahrzunehmen, konkret mit Ihnen zu arbeiten und sie abzubauen. Auf diese Art und Weise löst sich der emotionale Essensdrang auf. Es geht also nicht darum, einen zeitweiligen Umgang mit diesem Essensdrang zu finden, sondern tatsächlich um Heilung.
"Ein Problem mit dem Thema Essen zu haben, egal ob es sich um 2, 10, 30 oder mehr Kilo handelt, kann nur dann Bestand haben, wenn die eigentliche 'Bühne des Problems' noch nicht erfühlt und erkannt ist. Wir erleben uns dann als ohnmächtig, wahllos und fühlen uns als Opfer, welches wir innerhalb des inneren Kampfes auch sind. Werden die tiefer liegenden Gründe jedoch erkannt und mit ihnen gearbeitet, ist der Weg frei für Wachstum, Heilung und Weitung der Persönlichkeit. Dass die überflüssigen Pfunde dann mit der Zeit schwinden, ist eine zwangsläufige Folge. Wenn wir unseren inneren Kompass neu einstellen, können wir unser persönliches Wohlfühlgewicht nicht nur erreichen, sondern auch dauerhaft halten."
Was braucht es, um diesen Weg zu gehen? Als allererstes erfordert
es den Mut, den Irrglauben einer Lösung durch schnelle Tipps und
Ratschläge loszulassen. Den Mut, unseren Blick nach innen zu richten
und zu spüren, was uns daran hindert, uns in uns selbst wohl
und emotional genährt zu fühlen. Die Bereitschaft, dieses zu tun,
ist der erste Schritt. Das Erkennen und Erspüren der tiefer liegenden
Gründe der zweite – das Arbeiten daran und die Auflösung dieser Gründe der dritte.
Zu essen, ohne zuvor vom Körper das Signal Hunger bekommen zu haben, hat weder
mit falscher Ernährung noch mit Maßlosigkeit, fehlender Disziplin oder Genusssucht zu tun.
Wenn wir emotional essen, geht es um einiges mehr als um das Essen selbst.
Wir haben gute Gründe für das, was wir tun. Wenn wir diesen
tieferen Ursachen nicht auf den Grund gehen, verstehen wir nicht,
warum wir zu viel essen müssen, und fühlen uns in uns selbst
fremd. Dieser Zustand kann nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern
darüber hinaus auch unser Selbstwertgefühl empfindlich
angreifen. sondern vielmehr mit Achtsamkeit, Respekt und Liebe zu uns selbst
Wir gewinnen durch ihn einen besseren Zugang zu unserer Kraft und unserem Leben.
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